ICQ 2026 in Rutesheim – Experten und Hersteller setzen neue Standards für das Innenraumklima

ICQ 2026 in Rutesheim – Experten und Hersteller setzen neue Standards für das Innenraumklima

RUTESHEIM, MÄRZ 2026 – Die Indoor Climate Quality Conference (ICQ) 2026 im Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KOMZET) markierte einen Wendepunkt in der Debatte um wohngesunde Gebäude. Unter der Leitung von Dr. Roland Falk (KOMZET) und Karl-Heinz Weinisch (IQUH) diskutierten führende Köpfe der Branche über die Zukunft der Raumluftqualität. Die Industrie stellte in der Ausstellung umwelt- und gesundheitsverträgliche Baustoffe vor und innovative Haustechniksysteme.

Präzision in der Messung
Im Fokus standen innovative Messmethoden zur Bewertung der Behaglichkeit und Schadstoffbelastung. Besonders hervorgehoben wurde die Untersuchung von Holz- und Hybridbauten. „Wir dürfen uns nicht auf Schätzungen verlassen. Die Kombination aus Partikelmessungen, VOC-Analytik und bauforensischen Aufnahmen schafft die notwendige Transparenz für Nutzer und Investoren“, so Prof. Dr. Ulrich Zißler vom TTZ der TH Rosenheim.

Ganzheitlicher Ansatz in Schulgebäuden
Ein Highlight der Konferenz war die Vorstellung der Forschungsergebnisse aus aktuellen Schulbau-Projekten in Zusammenarbeit mit der STIFTUNG B.A.U.. Hier wurde demonstriert, wie Licht, Akustik und Luftqualität direkt die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Schülern beeinflussen.

Materialeinfluss auf Raumklima und Bauphysik.
Mithilfe hygrothermischer Simulationen (Software: WUFI, Fraunhofer-Institut für Bauphysik) konnte Helmut König (Herz+Lang, Experten für Gebäudehülle und Bauphysik) nachweisen, dass die raumklimatisch entscheidende Feuchteregulation maßgeblich von der Beschichtung der raumseitigen Oberflächen abhängt. Materialien wie Lehm, Holz, Gipsbauplatten sowie Silikat- und Kalkprodukte besitzen aufgrund ihrer Porosität hervorragende feuchtepuffernde Eigenschaften. Werden diese jedoch mit wasserabweisenden, absperrenden oder diffusionsdichten Farben beschichtet, geht dieses regulierende Potenzial fast vollständig verloren. Die Beschichtung wirkt hierbei wie eine bauphysikalische Barriere. Fazit: Die positiven Effekte dieser Baustoffe auf die Raumluftfeuchte bleiben nur dann erhalten, wenn konsequent hygroskopisch aktive und diffusionsoffene Beschichtungssysteme auf Kalk-, Lehm- oder Silikatbasis eingesetzt werden. Nur so bleibt die kapillare Offenheit für den Feuchteaustausch gewährleistet.

Interdisziplinärer Schulterschluss
Die Veranstaltung endete mit einem klaren Appell an die Branche: Nur durch die Vernetzung von Forschung (TH Rosenheim), Qualitätssicherung (IQUH) und gemeinnützigen Impulsgebern (STIFTUNG B.A.U., DGUHT, VERBAND BAUBIOLOGIE, BUNDESVERBAND FÜR UMWELTBERATER) lassen sich die Raumluft- und Raumklimarichtwerte einhalten und die komplexen Anforderungen der ISO 16000 und EN 16798-1 in der Baupraxis flächendeckend umsetzen.

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