
Die Deutschen Sachverständigentage für Holzbau und Ausbau (6.–7. März 2026) haben ihren Ruf als wichtigste Fortbildungsinstanz für Sachverständige im Holzbau erneut eindrucksvoll untermauert. Helmut König und Robert Simon (IQUH GmbH) richteten den Fokus auf die technische Feuchtemesstechnik, die Holztrocknung und die Sanierungsmöglichkeiten für eine möglichst optimale versicherungsrechtliche und juristische Beweiskraft.
Ein zentrales Thema der Tagung war die komplexe Dynamik von Feuchteschäden – ein Feld, das durch den Trend zum Holzhybridbau und großformatige Holzkonstruktionen zunehmend an Relevanz gewinnt.
Robert Simon (IQUH GmbH), Ingenieur für Holztechnik mit langjähriger Erfahrung in der Materialfeuchteanalytik und Schimmelpilzsanierung, informierte die Teilnehmer anhand anschaulicher Praxisbeispiele über die Holz-Kerntrocknung. Er verdeutlichte, dass eine oberflächliche Betrachtung bei modernen Konstruktionen nicht mehr ausreicht. Sein Spezialgebiet – die präzise Feuchtemessung und Pilzprüfung inklusive juristisch valider Freimessungen – bildet das Fundament für nachhaltige Sanierungskonzepte. Simon legte dar, wie innovative Rücktrocknungsverfahren selbst tief liegende Feuchtestauungen im Bauteilkern beheben können, bevor irreversible Schäden an der Bausubstanz entstehen.
Technisches Feuchteschutzwissen ist bereits in der Planungsphase sowie bei der Fertigung und Bauüberwachung essenziell. Im Schadensfall ist dieses Wissen jedoch nur so viel wert, wie seine Belastbarkeit vor Gericht. Hier setzte Helmut König an: In seinem Vortrag „Feuchteschäden im Bauzustand – Bewertung und Vorgehen“ präsentierte er Methoden der schnellen Holz- und Baufeuchtemessung sowie deren fachgerechte Bewertung und Dokumentation.
Die juristische Perspektive wurde durch Vorträge von Dr. Simon Adam, Richter am Landgericht Freiburg, zum „Sachverständigenbeweis“ sowie von Dieter Freigang, Geschäftsführer der Gesellschaft für Schadenberatung mbH (GFS), zum allgemeinen „Sachverständigenverfahren“ ergänzt. Dadurch wurde das Bewusstsein für die prozessualen Anforderungen geschärft. König betonte, dass Gutachten im Bereich des Holzschutzes oft die entscheidende Weiche im Rechtsstreit stellen. Er unterstrich die Notwendigkeit einer klaren, nachvollziehbaren Dokumentation, die auch einer kritischen Prüfung durch fachfremde Juristen standhält. Die Verknüpfung von technischer Diagnose (Simon) und rechtssicherer Aufbereitung (König) bildete den roten Faden der Veranstaltung.
Die Schadensbeispiele und intensiven Diskussionen unterstrichen die hohe Aktualität und Dringlichkeit des Themas Feuchteschutz.
Die Heidelberger Tage 2026 haben gezeigt, dass die Anforderungen an Sachverständige für Zimmererhandwerk (HWK) und Holzbau (IHK) massiv steigen. Die erfolgreiche Schadensabwicklung im Holzbau basiert heute auf der Synergie aus:
Hinweis zur Weiterbildung zum Thema „Witterungsschutz und Feuchtemanagementverfahren (FMV)“ finden Sie unter www.iquh.de/seminare/.